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29. Dezember 2025Sperre der Rauchmühlbrücke Innsbruck: die Infos für Pendler


Die Rauchmühlbrücke im Osten von Innsbruck (über die Haller Straße) ist eine hochfrequentierte Bahnbrücke und hat mittlerweile über 60 Jahre auf dem Buckel. Deswegen muss die Brücke neu gebaut werden. Der Neubau bedeutet, dass die Strecke zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und der Haltestelle Rum vom 7. bis zum 29. Jänner gesperrt werden muss. Für Pendler und Fernreisende hat die Sperre der Rauchmühlbrücke enorme Auswirkungen, alle Details erfahrt ihr hier.
Die Rauchmühlbrücke
Rund 270 Züge fahren jeden Tag über die Rauchmühlbrücke, die Belastungen sind enorm. Für den Neubau wird jetzt schon seit drei Jahren geplant. Damit die Sperre möglichst kurz ist, ist das neue Tragwerk mit einer Spannweite von 29 Metern und eine Breite von 11 Metern neben der Haller Straße angefertigt worden. Jetzt wird die neue Brücke eingesetzt, mit Hebebühnen wird das 1400 Tonnen schwere Konstrukt (das entspricht rund 15 Taurus-Lokomotiven) an seine endgültige Position gebracht. Die Brücke unterliegt dem Denkmalschutz, was die Erneuerung kompliziert. Beispielsweise müssen die Steine der Widerlagerverkleidung einzeln gelöst werden, nummeriert werden und anschließend neu eingebaut werden.
Die Sperre
Die Bahnstrecke zwischen Innsbruck Hauptbahnhof und der Haltestelle Rum ist von 7. bis 29. Jänner komplett gesperrt. In diesen gut drei Wochen ist auf der Strecke Schienenersatzverkehr unterwegs, bis zu 90 Busse ersetzen die Züge zu Spitzenzeiten. Manche Verbindungen werden auch über die Umfahrung Innsbruck umgeleitet. Die Auswirkungen sind groß, sowohl für Pendler und auch für Fernreisende. Auch die Haller Straße muss währenddessen gesperrt werden, pro Fahrtrichtung ist nur eine Fahrspur offen. Auch mehrere Nachtsperren (9.-11.1. jeweils 20-6 Uhr/14.-15.1./16.1.-17.1. jeweils 21-2 Uhr) und eine Tagessperre (18.-19.1. 6-05:30 Uhr)
Nahverkehr
Die Nahverkehrszüge der Linien S4 und CJX1 fallen zwischen Innsbruck Hbf und dem Bahnhof Hall in Tirol aus, d.h. PendlerInnnen müssen in Hall auf Busse umsteigen. Die SEV-Busse fahren im 15 Minuten Takt, die Fahrzeit zwischen Hall und Innsbruck Hbf beträgt ca. 27 Minuten, PendlerInnen sollten also entsprechend mehr Fahrzeit einrechnen.
Die Züge der Linie REX2 fahren weiter bis zur Haltestelle Rum und halten zusätzlich auch in Hall-Thaur. Dort könnt ihr als Alternative auch auf die Busse und Straßenbahnen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe umsteigen, sofern ihr nicht direkt zum Innsbrucker Hauptbahnhof fahren wollt. Einzelne Züge fahren während der Hauptverkehrszeit in beiden Richtungen über den Umfahrungstunnel Innsbruck direkte zum Hauptbahnhof. An der Haltestelle Messe bleiben während der Sperre keine Züge stehen, hier bitte die Öffis der IVB verwenden.
Fernverkehr
Bei den Fernverkehrszügen müssen nicht alle Zuggäste umsteigen, manche Züge fahren noch direkt den Innsbrucker Hauptbahnhof an – ohne Schienenersatzverkehr. ÖBB-Fernverkehrszüge fahren im Zweistundentakt über den Umfahrungstunnel Innsbruck, genauso ausgewählte Züge der WESTbahn. So bleiben die Direktverbindungen von und nach Wien zumindest teilweise erhalten. Trotzdem gibt es Verzögerungen, zwischen Wien und Innsbruck wird die Reisezeit laut ÖBB um bis zu 50 Minuten länger.
Alle RJX Verbindungen, die nicht durch den Umfahrungstunnel Innsbruck fahren, halten in Jenbach. Hier müssen Zuggäste auf Busse umsteigen. Die Fahrzeit bis Innsbruck verlängert sich um 40 Minuten. RJX Züge, die von Wien nach Zürich fahren, sind durch die Bus-Unterbrechung rund eine Stunde länger unterwegs.
Fernverkehrszüge, die über den Brenner Richtung Italien fahren, nutzen ebenfalls die Umfahrung Innsbruck. Sie halten in dieser Zeit nicht am Innsbrucker Hauptbahnhof. Stattdessen halten sie zusätzlich in Steinach am Brenner, von hier können Fahrgäste mit S-Bahnen weiter nach Innsbruck fahren. Die Fahrzeit zwischen Wörgl und dem Brenner bleibt so unverändert.
Die Nightjet- und EuroNight-Verbindungen in Richtung Zürich werden während der Sperre großräumig umgeleitet, sie halten in dieser Zeit nicht in Tirol. Ersatzweise fahren SEV-Busse zwischen Wörgl, Jenbach und Innsbruck. Aufgrund der geänderten Streckenführung verlängern sich die Fahrzeiten um bis zu 90 Minuten. Die Nightjets nach Amsterdam und Hamburg verkehren von/bis Wörgl, auch hier gibt es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen weiter nach Innsbruck.
Was wird alles erneuert?
- 2 × 50 Tonnen Bestandstragwerk abtragen
- 500 m³ Betoneinbau
- 110 Tonnen Bewehrungsstahl
- 225 Tonnen Stahlträger
- 325 m² Brückentragwerk
- 29 m Spannweite
- 11,25 m Breite einschließlich Randbalken
- 80 Laufmeter Randbalken, seitlich vorgefertigt
- 3 Stück Oberleitungsmasten, Adaptierung der Oberleitungsanlage
- 100 Laufmeter Gleise inkl. Schotterbett demontieren und montieren



