Es ist ein tägliches Nervenspiel für alle Autofahrer in Tirol: Die Spritpreise fahren aktuell eine wilde Achterbahn. Mal geht es steil bergauf, dann wieder ein kleines Stück runter, und an manchen Tagen verliert man komplett den Überblick. Dazu kommen jede Menge Fragen: Warum ist Diesel eigentlich teurer als Super, und wie schlägt sich Tirol im Vergleich mit unseren Nachbarländern? Wir haben den großen Sprit-Check für dich und zeigen dir, wie du deine Geldbörse etwas schonen kannst.
Verantwortlich für dieses ständige Rauf und Runter sind vor allem die unruhige geopolitische Lage im Nahen Osten, die den Markt befeuert, gepaart mit der klassischen Urlaubs-Reisewelle, welche die Nachfrage antreibt. Dass Tirol im Bundesländer-Vergleich oft teurer ist als beispielsweise Wien, liegt vor allem am starken Tourismus und den sehr teuren Nachbarländern Deutschland und Italien.
Das Diesel-Rätsel: Warum bleibt der Kraftstoff so teuer?
Dass Diesel teurer ist als Super Benzin, war früher die absolute Ausnahme – mittlerweile ist es fast der Normalzustand. Das hat strukturelle Gründe: Der Großteil des in Österreich verbrauchten Diesels muss im Gegensatz zu Benzin teuer importiert werden. Zudem bleibt die weltweite Industrie- und Güterverkehrsnachfrage konstant hoch, während gleichzeitig durch geopolitische Konflikte wichtige Raffinerie-Kapazitäten in Europa weggefallen sind. Solange die weltweite Lage angespannt bleibt, müssen sich Pendler wohl dauerhaft auf höhere Dieselpreise einstellen.
Warum ist der Sprit so teuer? Ein Blick auf die Steuern
Ein weiterer Grund für die hohen Preise an den Zapfsäulen ist jedoch der Staat, der bei jedem Liter mitverdient. Der Spritpreis setzt sich zu einem großen Teil aus verschiedenen Abgaben zusammen: Neben der klassischen Mineralölsteuer fällt auch die CO2-Abgabe an, die im Zuge der ökosozialen Steuerreform erhoben wird. Das Besondere – und für Autofahrer Ärgerliche – daran: Am Ende kommt auf die gesamte Summe inklusive dieser Abgaben noch einmal die gesetzliche Mehrwertsteuer oben drauf. Es werden hier also quasi Steuern mitbesteuert, was den Preis spürbar nach oben treibt.
Timing: Der beste Zeitpunkt zum Tanken
Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken ist in Österreich meistens der Vormittag, bevor die Tankstellen um 12:00 Uhr mittags gesetzlich erlaubt die Preise erhöhen dürfen. Auch der Wochentag spielt eine große Rolle: Der idealste Tag für den Tankstopp ist statistisch gesehen der Sonntag. Am tiefsten musst du hingegen am Montag in die Tasche greifen.
Aktuelle Live-Preise und den praktischen Spritpreis-Finder gibt es direkt unter
www.oeamtc.at.
Der Urlaubs-Check: Wo sich das Tanken im Ausland lohnt
Lohnt sich der Tanktourismus über die Grenzen Tirols hinweg oder auf dem Weg in den Urlaub? Ein Blick zu den Nachbarn zeigt ein klares Bild: Italien (Südtirol) und Deutschland sind spürbar teurer als unsere Heim-Tankstellen. Für ein volles 50-Liter-Fass Benzin zahlt man in Italien im Schnitt gut 10 Euro mehr als in Österreich, bei Diesel sind es rund 11 Euro mehr. Grund dafür sind extrem hohe Steuern im Ausland.
Wer diesen Sommer weiter in den Süden oder Osten verreist, hat hingegen Glück: Slowenien und Kroatien sind günstiger als Österreich. Die absoluten europäischen Spitzenreiter beim billigen Sprit sind aktuell Malta und Spanien.
Meide dabei die Tankstellen direkt an den Autobahnen! Egal ob auf der Inntalautobahn A12 oder der Brennerautobahn A13 – die Stationen direkt an der Strecke verlangen oft unfassbare Aufschläge von bis zu 50 Cent pro Liter. Das gilt für das In- und Ausland. Schon eine kurze Abfahrt runter von der Autobahn spart dir Geld.